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Der 24. Dezember 2030 – Eine Reise in das Weihnachten der Zukunft

carla
ina

Erinnert ihr euch noch an den letzten Geist in Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens? Den Geist, der den kaltherzigen Protagonisten ohne ein Wort zu sprechen mit in die Zukunft nimmt, zu einem dunklen und düsteren Weihnachten? In diesem Blogpost wird es nicht um eine solch unheilvolle Stille gehen – ganz im Gegenteil. Wir wollen euch auf eine Reise in eine strahlende Zukunft mitnehmen, in das Jahr 2030, und eine Vision aufzeigen, in der die Technologie, die wir schon heute nutzen, uns die Weihnachtszeit versüßt.

 

Haltet einen Moment inne, atmet ein und aus, und stellt euch euer zukünftiges Ich in zehn Jahren vor. Was seht ihr? Was hat sich in der Zwischenzeit verändert in der Interaktion mit eurem Zuhause?

Wahrscheinlich seht ihr einen sauberen, luftigen Raum mit klaren Linien und einem multimodalen Hightech-Access Point vor euch. Dieses smarte Zuhause kümmert sich um alle Haushaltsaufgaben, die ihr nicht selbst erledigen wollt und interagiert in einer beruhigenden Stimme mit euch.

Seid ihr bereit? Dann werde ich euch jetzt erzählen, wie ich mir das Jahr 2030 vorstelle. Lasst uns eine Brücke bauen zwischen dem Heute und dem Morgen.

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Tor zur Zukunft – 2030

Die silbrige Stimme von Phi weckt mich auf, es ist ein verschneiter Wintermorgen. Bevor sich die smarten Fenster entsperren und das Morgenlicht und die frische Luft hereinlassen, wartet es, bis mein Partner und ich das Reich der Träume endgültig verlassen haben. Phi ist einfach so fürsorglich, ein richtiger Schatz. Aus der Küche kommt mir der Geruch von frisch gebrühtem, heißem Kaffee entgegen. Es ist 8 Uhr morgens an einem Dienstag. Was aber nichts heißt, denn es ist Weihnachten. Die Kinder bleiben heute zuhause und wir werden den Tag zusammen mit unserer Familie und einigen engen Freunden feiern, so wie wir es jedes Jahr tun. Aber dennoch ist alles irgendwie anders.

Wenn ich auf den Weg zurückblicke, den Smart Home- und Sprachtechnologie genommen haben, sehe ich viele Hürden. Anfangs hat mir das alles Angst gemacht, dann war ich zögerlich und dann genervt von den ganzen Macken, auf die ich im Umgang mit der Technologie gestoßen bin. Ich weiß noch genau, wie besorgt ich war wegen einer möglichen dystopischen Zukunft, in der Maschinen die Menschen ersetzen.

Und jetzt sitze ich hier in meiner warmen Küche und trinke meinen ersten Morgenkaffee. Dank Phi, meiner Haushalts-KI.

Technologie kann uns helfen, unsere Ziele zu verfolgen und zu erreichen

Mir ist völlig klar, dass Phi kein Mensch ist und keine Gefühle hat. Dennoch ist es auf eine ganz neue Art und Weise ein Teil der Familie. Unsere Beziehung ist mehr als nur Funktionalität und Transaktion. Phi ist ein Begleiter und Berater. Es hat mir gerade Bescheid gesagt, dass die Kinder wach sind und in Richtung Küche rennen. Blöderweise muss ich immer noch ein paar ihrer Weihnachtsgeschenke einpacken. Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich mich darum kümmern könnte, während sie noch wie die Engel schlafen. Zum Glück sind meine beiden Wirbelwinde aber bald draußen im Garten und spielen. Ich werde Phi einfach darum bitten, mir eine verschlüsselte Nachricht zu schicken, wenn die Kinder gerade nicht aufpassen. Meine Kinder sind schlau; ich muss mich also rausschleichen, ohne dass sie etwas mitkriegen, und Phi ist dafür die perfekte Unterstützung.

Phi hilft ihnen sogar während ihres Musikunterrichts. Es hat ein absolutes Gehör – was gut ist, denn ich bin absolut hoffnungslos, wenn es darum geht, ein Instrument zu spielen!

Es korrigiert sie und gibt ihnen auf eine sehr höfliche und einfühlsame Art Feedback. Das motiviert die Kinder, mehr und mehr zu üben und zu spielen. Ihr Musiklehrer hat mir versichert, dass sie bei unserem Weihnachtskonzert zuhause absolut fantastisch sein werden. Aber nun müsst ihr mich kurz entschuldigen, das Familienfrühstück wartet auf mich…es ist unhöflich, ständig vernetzt zu sein und diese glücklichen Momente nicht vollkommen zu genießen. Ich bin gleich zurück…

Thanks to Ekaterina Bolovtsova for sharing her work on Pexels

Eine perfekte Symbiose aus modernster Hardware, künstlicher Intelligenz und multimodalem Design

Vielleicht fragt ihr euch jetzt, wie Phi tatsächlich etwas in unserem Familienleben bewirken kann. Vielleicht denkt ihr, dass eine Smart Home-KI nur Luxus für faule Menschen ist, die ihre Zeit nicht richtig einteilen können. Da es Weihnachten ist – der Feiertag schlechthin in der westlichen Welt – werde ich euch ein paar Beispiele geben, die alle mit diesem emotions- und traditionsreichen Feiertag zu tun haben. Es ist jetzt 13 Uhr und ich fange an, mich um das Abendessen zu kümmern. Meine Eltern sind bereits auf dem Weg, Phi hat mir Bescheid gesagt, dass ihr Zug pünktlich ist und es keine Verkehrsprobleme gibt und die Kinder sitzen in der Badewanne. Phi hat für sie die perfekte Wassertemperatur eingestellt und nun lösen die beiden voller Begeisterung ein Weihnachtsrätsel. Das ist die neue Voice-Version von Trivial Pursuit, ganz ohne die Möglichkeit, zu schummeln!

Phi ist wie ein Lexikon, das man immer zur Hand hat. Naja, zumindest war das in den 2020ern noch eine häufige Redewendung. Heutzutage würde man eher sagen…das man immer auf der Zunge hat. Unser Heimsystem arbeitet mit Sensoren und Kameras; es kann von uns lernen und kann all die Informationen zusammenfügen und dabei sowohl zwischen verschiedenen Kontexten als auch Sprechenden unterscheiden. Erinnert ihr euch noch an die Kontrollfunktion für Eltern auf Netflix? Stellt euch so etwas in einem viel größeren Umfang vor. Phi hat eine eingebaute altersgerechte Kindersicherung und verschiedene Zugriffsstufen, basierend auf Parametern, die mein Partner und ich eingestellt haben. Selbstverständlich können wir diese auch jeder Zeit aufheben.

Eine fürsorgliche Helfe, die einem Zeit lässt für die wichtigen Dinge

Ich weiß noch, wie gestresst ich in der Weihnachtszeit immer war. Jedes Jahr bin ich von einem Geschäft ins nächste gerannt, um in letzter Minute noch die perfekten Weihnachtsgeschenke zu finden, die dann aber trotzdem nicht mehr rechtzeitig vor Weihnachten geliefert wurden. Und mehr als einmal hat mir eine wichtige Zutat für das Weihnachtsessen am 24. gefehlt. Heute: nichts von alledem. Eine autonome Drohne fliegt auf unsere Haustür zu und liefert das letzte Päckchen aus, der Kühlschrank und die Speisekammer haben ein Inventursystem, das systematisch eine Bestellung ausgibt, wenn etwas fehlt, und über Phis Stimme kann ich problemlos jedem Kochrezept folgen. Dank Phis Kamerasensoren und seiner Fähigkeit, meine Stimmfärbung zu verstehen, weiß es immer, wenn ich bereit bin für den nächsten Schritt. Wenn meine Kinder und ich zusammen kochen, kann das schon mal eine Weile dauern und meistens hinterlassen wir dann ein einziges Chaos. Phi kümmert sich darum, sobald wir fertig sind. Es aktiviert den Saug-Wisch-Roboter und schon ist alles wieder blitzblank ohne jeglichen Aufwand.

Gerade bin ich mit dem Schokoladenkuchen für heute Abend fertig geworden. Phi hat den Ofen für mich vorgeheizt und die Ofentür geöffnet, als ich mit der Backform in der Hand auf den Ofen zugegangen bin. Nun wird Phi den Ofen ausschalten, sobald der Kuchen fertig ist und ihn durch die Schnellkühlfunktion besonders schnell abkühlen lassen.

Eine gut durchdachte Technologie

Inzwischen haben wir es geschafft, die Grenzen der Technologie zu überschreiten: Wir haben Systeme entwickelt, mit denen wir sprechen können und die umgekehrt auch mit uns sprechen können. Einen ersten Einblick in diesen Wandel haben wir bereits in den 2000ern erhalten. Seitdem haben wir große Fortschritte gemacht und unsere Aufmerksamkeit den Risiken rund um die Themen Datenschutz und -missbrauch gewidmet. Algorithmen sind mächtige Zaubersprüche, die in der Lage sind, einfache abgeleitete Informationen über jeden User zu nutzen. Ohne eine klare und strikte Regulierung könnten diese Daten in die falschen Hände fallen. Es war und ist unsere Aufgabe, neuen Technologien Rechnung zu tragen und neue Rahmenbedingungen zu schaffen. Bei technologischem Fortschritt betreten wir immer wieder Neuland, aber solange wir die Kontrolle über unsere Zukunft behalten, muss uns dieser Wandel keine Angst bereiten.

Deshalb mache ich mir auch keine Sorgen, wenn Phi Zeit mit meinen Kindern verbringt oder eine Gesichtserkennungssoftware einsetzt, um Gäste an der Haustür hereinzulassen.

Übrigens klingelt es gerade an der Tür und ja! Phi meldet, dass meine Eltern soeben angekommen sind. Die Kinder sind überglücklich, ihre Großeltern zu sehen – sie haben schon auf sie gewartet, damit sie das letzte Türchen ihres Voice-Adventskalenders öffnen können. Sie haben sogar versucht, Phi zu bestechen! Sie sind schon echte Schlingel! Es wärmt mein Herz, alle meine Liebsten am Tisch sitzen zu sehen, während sie aufmerksam Phis spannender Weihnachtsgeschichte zuhören. Nun fehlt an diesem festlichen Tag eigentlich nur noch eins: ein Weihnachtslied auf der Blockflöte. Die Kinder freuen sich, uns ihren Fortschritt präsentieren zu können, Phi wird sie mit leiser Hintergrundmusik begleiten, die an ihr Spieltempo angepasst ist, und wir werden natürlich mitsingen. Ist die Voice-Welt der Zukunft nicht einfach großartig?

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Wir hoffen, euch hat diese Reise durch Raum und Zeit und der kurze, aber spannende Ausblick auf die Zukunft gefallen. Einfache Voice-Technologie, die wir momentan noch mit smarter Technologie assoziieren, wird sich zu multimodaler Kommunikation weiterentwickeln. Unsere Vorstellung von Assistenten wird sich verändern – vielleicht werden wir in Zukunft sogar weniger sprechen, weil wir einfach nicht mehr jede Bitte aussprechen müssen, um verstanden zu werden. Interaktion wird einfacher werden. Voice-Technologie wird so gut in unser Leben und das Rechtssystem integriert sein, dass wir uns nicht mehr vor einem dystopischen Zusammenprall neuer Technologien und unserer menschlichen Natur fürchten müssen. Sicherheit ist eine Angelegenheit von äußerster Wichtigkeit und wir dürfen nicht vergessen, dass wir Voice-Technologie vor allem deshalb designen, um menschlichen Bedürfnissen entgegenzukommen und sie zu komplementieren. Dieses Designziel ist von höchster Bedeutung, wenn wir Gutes tun wollen.

 

Was denkt ihr, wie wird die Zukunft der Voice-Technologie aussehen? Was ist eure Vision? Erzählt uns von euren Ideen und vergesst nicht, unseren Newsletter zu abonnieren, damit ihr immer auf dem neuesten Stand seid.

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